Gelleshof in Tönivorst
Allseitig von tiefen Wassergräben umgeben, die nur mittels Zugbrücke zu überwinden waren, galt der in den Niederungen des Floethbaches gelegene Gelleshof mit festem Wohnhaus, Wehrturm (“Berfes”) und Wirtschaftsgebäuden als ein klassisches Beispiel für Rittergüter der Region. Der Name des Erbauers und ersten Besitzers liegt wie bei allen anderen Adelssitzen im Dunkel der Geschichte. Sicher ist, dass die Anlage mindestens seit dem 14. Jahrhundert existiert. Von der mittelalterlichen Wehranlage ist noch der “Berfes” übrig. Er ist heute vom übrigen Hof abgetrennt und wurde in den Jahren 1960 bis 1966 durch Restaurierungsmaßnahmen vor dem Verfall bewahrt. Dieser Wehrspeicher, der bei feindlichem Übergriff die Bewohner des Hofes und die Nachbarn aufnahm, wurde 1719 durch einen “Backsteinmantel” zu einem Wohnhaus erweitert, wodurch das weißgetünchte Bauwerk sein heute typisches Aussehen mit dem abgetreppten Giebel erhielt. Der Kernbau besteht aus einer Fachwerkkonstruktion mit Eichenholz, die mit Lehm ausgefüllt ist. Die ursprünglichen Maße: Grundriss 5,70 x 5,80 Meter, Höhe: 13 Meter. Vom Dach des Berfes aus konnten die Schutzsuchenden bei einem Angriff heißes Wasser, brennendes Pech oder Steine werfen. Weitere Elemente der Anlage: Torhaus, weitläufiger Innenhof, Wohn- und Gesindehaus sowie zwei Stallgebäude. Wie früher kommt man noch durch das Torhaus in die Hofanlage. Die ehemalige Zugbrücke ist durch eine feste Brücke ersetzt und der Graben an dieser Stelle nicht mehr erhalten. Die Backsteingebäude der Hofanlage stammen aus dem 19. Jahrhundert. Wie alle anderen Adelssitze befindet sich der Gelleshof heute in Privatbesitz.



