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Ev.- Kirche in Lienen

Der Turm der Lienener Kirche steht in seinem Untergeschoss auf vier starken Pfeilern, die durch romanische Bogen miteinander verbunden sind. Nach oben wird der Turmraum durch ein romanisches Gewölbe abgeschlossen. Die Bogen sind im Westen, Norden und Süden mit zurückspringendem Mauerwerk abgeschlossen. So treten sie plastisch in Erscheinung. Nur der Ostbogen zum Kirchenschiff ist offen. Aus statischen Gründen musste er beim Neubau des Schiffs 1802 in seiner Südhälfte durch starkes Stützmauerwerk geschlossen werden. In der Wand des Nordbogens findet man eine konisch sich verengende Nische. Sie bot Platz für die Taufgerätschaften. Der Turmraum diente einst als Taufkapelle.

Nach der Überlieferung soll der Turm um 1125 gebaut worden sein. Ein Kunsthistoriker datierte ihn 1981 auf das letzte Drittel des 12. Jahrhunderts, also auf etwa 1180. Dieser Ansatz wurde durch die Ausgrabungen 1994/95 bestätigt.

Der Turm hat vier verschiedenen Kirchen gedient. Das heutige vierte Kirchenschiff stammt von 1802. Die Kirche musste damals neu gebaut werden, weil das schwere Gewölbe die Südwand wegdrückte. Das dritte Kirchenschiff von 1703 war zehn Meter kürzer und auch nicht so hoch wie das heutige. Als die Kirche von 1802 gebaut wurde, stieß man im Boden auf die Mauern eines älteren Kirchenschiffs, das eine Breite von nur zehn Metern gehabt hat. Es handelt sich um die zweite steinerne Kirche. Sie wurde vermutlich in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts gebaut, jedenfalls vor der um 1350 wütenden Pest, die die Bevölkerung in ganz Europa dezimiert hat. Nach dieser Pestzeit ist eine Kirchenerweiterung unwahrscheinlich.


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