Den Besucher beeindruckt, dass der Turm der Kirche besonders errichtet wurde. Nach der Sage führt diese Eigentümlichkeit auf einen von Widukind angeregten Wettstreit zurück. Er wollte dort begraben werden, wo man in kürzester Zeit eine Kirche baute. Die Kirche in Enger konnte vor denen in Bünde, Melle und Rehme fertiggestellt werden, jedoch zunächst ohne Turm, den man nachher neben der Kirche errichtete.
Vor 947 gründete die Widuind-Nachfahrin Mathilde, die zweite Frau Heinrich I. auf ihrem Erbgut in Enger ein Kollegiatstift für weltliche Kanoniker, das mit erheblichen Besitz ausgestattet war. Dieses Stift zog im Jahre 1414 aus Sicherheitsgründen ins befestigte Herford. Von der einstigen Bedeutung und dem Reichtum des Stiftes zeigen noch die Reste des ehemaligen Kirchenschatzes, der heute im Kunstgewerbemuseum in Berlin zu sehen ist. Von den Gebäuden, die einst zum Stift gehörten, ist heute nichts mehr vorhanden. Jedoch bestimmt die Lage der Häuser um die Kirche (Kirchenrundling) auch die Bebauung in späterer Zeit und somit die Topografie des heutigen Ortskerns.