Ludwig-Gall-Haus Aldenhoven

Zu den ältesten Häusern Aldenhovens zählt das heutige Ludwig-Gall-Haus. Der älteste Teil des Hauses stammt von der Peter-Pauls-Kapelle, die um 1430 errichtet wurde. Bis 1790 wurde hier gelegentlich der Gottesdienst gehalten; erkennbar sind aus dieser Zeit noch zwei Fenster im gotischen Baustil. Im Jahre 1793 benutzten die Franzosen das Haus als Militärlazarett. 1816 richteten die Preußen hier ein Schöffengericht ein. 1823 wurde es zum Friedensgericht umgebaut. Die Fassade erhielt ihr jetziges Aussehen. Ihr Baustil entsprach dem damaligen klassizistischen Zeitempfinden, der viele Behördenbauten auszeichnete. Aus dieser Zeit stammt auch eine lateinische Steininschrift, die übersetzt lautet: „Als Gerichtshof durch die Gnade des Königs und durch die Mithilfe der Bürger wiedererrichtet.“ Bis 1892 befand sich in diesem Haus das Bürgermeisteramt Aldenhovens. Danach übernahm die Justizverwaltung das Gebäude. Hier war u.a. das Grundbuchamt von Aldenhoven untergebracht. Von 1933 bis 1961 war es Sitz der Amtsverwaltung Aldenhoven. Deshalb heißt es im Volksmund auch heute noch „Altes Rathaus“. Nachdem das Gebäude 1971 renoviert worden war, wurde es zum Freizeitzentrum ausgebaut. Es beherbert heute u.a. Unterrichtsräume für die VHS und Versammlungsräume für die ortsansässigen Vereine. Seit 1984 heißt es Ludwig-Gall-Haus; benannt nach dem 1791 in Aldenhoven geborenen Sozialreformer Ludwig Gall.