Die Galopprennbahn Düsseldorf-Grafenberg ist für ihr einzigartiges Ambiente bekannt. Allein die Kursführung der Galoppprüfung sucht ihresgleichen. Der Höhenunterschied von bis zu 15 Metern sorgt häufig bei den noch unerfahrenen Jockeys für böse Überraschungen. Aus diesem Grund wird der sogenannte Berg als Schlüsselstelle der Rennen benannt.

Wenn der Jockey an dieser Stelle nicht vernünftig mit seinen Kräften gehaushaltet hat, ist die Steigung kurz vor dem Ziel kaum noch zu schaffen. Daher dürfen sich die Könner dieses anspruchsvollen Parkours mit Recht als Grafenwalder Kursspezialisten bezeichnen. Keine Frage, dass diese Kursspezialisten vor allem im Bereich der Pferdewetten sehr beliebt sind. Wenn man auf sie setzt, sind Gewinne wahrscheinlich.

Die Geschichte der Traditionsrennbahn

Der auf dem idyllisch gelegenen Düsseldorfer Grafenberg gelegene Düsseldorfer Reiter- und Rennverein e.V. hat Tradition. Bereits im Jahr 1836 begann seine Geschichte. In der Golzheimer Heide fand damals das erste öffentliche Pferderennen statt. Eine Gesellschaft mit dem Namen „Verein für Pferderennen zur Aufmunterung der Pferdezucht in den Provinzen Westphalen und der Rheinlande“ war der Veranstalter. Hierbei handelte es sich um den Zusammenschluss adliger Züchter. 10.000 Besucher kamen zu dieser ersten Veranstaltung des Vereins. Der Sohn des Dichters Friedrich Schiller, der Kölner Ernst Schiller, zählte zu ihnen. Hier genoss man die Volksfestatmosphäre. Der Züchterverband zog sich 1844 vom Rennbetrieb zurück. Übrig blieb der „Reiterverein zu Düsseldorf“, der jetzt als Reiter- und Rennverein e.V. bekannt ist.

Dies ist nicht nur der älteste, ununterbrochen existierenden Rennverein in Deutschland, sondern er ist auch gleichzeitig der älteste Sportverein der Landeshauptstadt.

Zum ersten Mal empfing der Verein 1886 Gäste auf dem eigenen Rennplatz, der sich auf der Lausward-Wiese an der Rheinschleife bei Hamm befand. Allerdings musste der Rennbetrieb hier wegen des Hafenausbaus 1905 eingestellt werden. Im darauffolgenden Jahr wurde dem Verein von der Stadt Düsseldorf das Gelände im Grafenberger Wald angeboten. Am 15. Mai 1909 erfolgte dann die Einweihung der legendären Galopprennbahn.

Dieses Gelände ist eingebettet in die malerische, sanfte, bewaldete Hügellandschaft des Grafenberger Waldes. Schon 1909 war das pferdesportbegeisterte Publikum verzaubert von dieser malerischen Umgebung. Die Pferde liefen hier, genau wie im englischen Ascot, auf einem Dreieckskurs, zunächst berg­ab und dann bergauf. Bis heute hat sich daran nichts geändert. Für Ross und Reiter stellt der Naturkurs in Düsseldorf nach wie vor eine ganz besondere Herausforderung dar.

Die Tradition hat sich durchgesetzt

Der Aufschwung dieser Traditionsrennbahn ist seither ungebrochen. Dank der Unterstützung der Firma Henkel gelang es 2005 den Henkel-Preis der Diana nach Düsseldorf zu holen.

Im jährlichen Düsseldorfer Rennkalender bezeichnet das Rennen für dreijährige Stuten das absolute Highlight. Immerhin handelt es sich bei dem Henkel-Preis der Diana um eines der wichtigsten Galopprennen Europas, das mit einem Preisgeld von 500.000 Euro dotiert ist.

Aus diesem Grund finden sich hier dann stets die Prominenz aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft ein. Inzwischen kann das Renngeschehen auf einer neuen riesigen Videowand verfolgt werden.

Pferderennen zählen zu großen gesellschaftlichen Ereignissen

Pferderennen sind in Deutschland große gesellschaftliche Events. Das zeigt sich auch daran, dass sie stets ein großartiges, buntes Publikum anziehen. Hier vereinen sich unterschiedliche Faktoren, wie zum Beispiel das Ereignis selbst, die Höhe der Preisgelder und nicht zuletzt die Möglichkeit der Wetten für Jedermann. Einsätze auf den Favoriten kann man hier bereits mit 50 ct. platzieren. Auf vielen Rennbahnen sind bereits Gutscheine für die erste Wette integriert. Außer den Eintrittsgeldern sind Wetteinsätze die wichtigste Einnahmequelle.

Sehr spektakulär sind aber auch schon die Vorbereitungen eines Rennens. Zunächst werden die einzelnen Pferde vorgeführt und vorgestellt. Hier ist besonders für echte Pferdekenner bereits der Moment gekommen, an dem sie erkennen, in welcher Verfassung sich die Pferde befinden. Danach geht es dann im Aufwärm-Galopp an die Startboxen. Dann folgt das Rennen, das nur wenige Minute dauert. Die Krönung ist dann die Preisverleihung für Pferd, Besitzer und Jockey. NRW hat sicherlich viele Ausflugsziele zu bieten, aber die Galopprennbahn Düsseldorf Grafenberg ist es auf jeden Fall wert, an einem der Renntage besucht zu werden.

Pferderennen in Deutschland

Insgesamt gibt es in Deutschland fast 50 Rennstrecken. Die Rennstrecken in Baden-Baden, Bremen, Dortmund, Frankfurt am Main, Hamburg, Berlin, Köln, Krefeld, Mülheim an der Ruhr und in München gehören dabei zu den wichtigsten Rennstrecken.

Bedauerlicherweise sind sie aber noch nicht so ausgelastet, wie das bei den englischen Rennbahnen der Fall ist. Die Anzahl der Veranstaltungstage variierte in den unterschiedlichen Städten. Insgesamt bietet München 19 Veranstaltungstage an, in Berlin sind es ungefähr 10 Tage und Mülheim ist an 8 Tagen aktiv.

Die wichtigsten Rennstrecken in Deutschland neben der Düsseldorfer Galopprennbahn

Auch auf den anderen deutschen Anlagen werden großartige Pferderennen ausgetragen.

Galopprennbahn Hoppegarten

In Deutschland zählen die Strecken in Düsseldorf, München, Hamburg, Köln und Baden-Baden zu wichtigsten. Inzwischen rückt aber auch Berlin Hoppegarten immer mehr in den Fokus. Der sehr groß dimensionierte Hoppegarten bietet vielen Zuschauern Platz. Zudem zählt die Strecke ebenfalls zu den traditionsreichsten Bahnen in Deutschland. Gegründet wurde die Bahn bereits im Jahr 1868. Bis zum Ersten Weltkrieg erlebte Hoppegarten einen steten Aufschwung. Da sie als wichtigste deutsche Rennbahn galt, wurde sie auch zum Zentrum des gesellschaftlich-politischen Lebens in Berlin. Inzwischen steht diese traditionsreiche Rennbahn sogar unter Natur- und einige Gebäude sogar unter Denkmalschutz.

Pferderennen in München

Die Galopprennbahn in München verfügt über ein 100 ha große Gelände und bietet Platz für 20.000 Zuschauer. Die Besucher können sich entscheiden, ob er lieber die traditionelle alte Tribüne mit ihren Logen benutzen, oder ob er lieber auf der verglasten dreistöckigen Club Tribüne Platz nehmen möchte. Während der gesamten Rennsaison sind die Tribünen immer gut gefüllt. Hier wird auch der Große Dallmayr Preis ausgetragen.

Pferderennen in Hamburg

Die Rennstrecke in Hamburg-Horn zählt zu den größten Pferderennbahnen in Deutschland. Aufgrund des enormen Fassungsvermögens von 50.000 Zuschauern wird die Stimmung hier als einmalig bezeichnet. Der Tunnel, der die Tribünenseite seit 1912 mit dem Innenraum verbindet, ist ein weiteres Alleinstellungsmerkmal. Das Deutsche Derby über eine Distanz von 2400 Metern findet hier statt.

Pferderennen in Köln

Auch der Kölner Rennbahn wird ein besonderer Charme nachgesagt, daher beschreiben viele Besucher das Erlebnis auf dieser Bahn als unbeschreibliches Gefühl. Hier finden gleich 2 Gruppe 1 Rennen statt. Zum einen handelt es sich hierbei um den Rheinland Pokal und zum anderen um den Preis von Europa.

Pferderennen in Baden-Baden

Die Pferderennbahn in Baden-Baden genießt als internationale Rennstrecke ein hohes Ansehen. Der Rennplatz Iffezheim zählt zu den bekanntesten Rennbahnen in Deutschland.

Der „Große Preis von Baden“ ist wohl das bedeutendste Einzelrennen innerhalb der „Großen Woche“. Der Rennplatz Iffezheim erfreut sich eines internationalen Publikums.