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Kreisständehaus – Beckum

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Stadtgeschichtlich oder kunsthistorisch Interessierten bietet Beckum sehr viele Beispiele.

Sowohl die kirchengeschichtliche als auch die politische Stellung werden durch zahlreiche Bauwerke dokumentiert.
So wie das alte Rathaus am Marktplatz die städtische Bedeutung hervorhebt, so bringt das 1886 errichtete Kreisständehaus
die Bedeutung Beckums als Verwaltungszentrum zum Ausdruck.

Der Kreis Beckum bestand von 1803 – 1809 und von 1816 bis zur Kommunalen Neuordnung 1975.
Der umfangreiche, neugotische Gebäudekomplex vor dem Westenfeuermarkt, seit 1887 Sitz der Kreisverwaltung, ist der erste größere Repräsentativbau aus neuer Zeit. Das Kreisständehaus erfüllte in für den Historismus der 1880er Jahre typischer Gestaltungsweise drei Funktionen: Saalbau, Verwaltungsbau und Wohnung des Landrates.

Ob aber für dieses Gebäude der Name „Ständehaus“ berechtigt ist, erscheint rechtshistorisch betrachtet, äußerst zweifelhaft.

Das Haus wurde in den Jahren 1886/87 errichtet und 1887 bezogen. Die alte Kreisordnung von 1827 gestand den Kreisen nur eine gering bemessene Selbstverwaltung zu mit Vertretern aus der Gruppe der Standesherren, dem hohen Adel, den Besitzern der Rittergüter, nur je einem Vertreter der größeren Städte und nur einem Vertreter der Landgemeinden. Daraus ergab sich von vornherein eine krasse Benachteiligung der breiten Bevölkerung hinsichtlich ihrer Mitwirkungsmöglichkeiten in Kreisangelegenheiten.

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